Deutschland
Deutschland, offiziell die Bundesrepublik Deutschland, liegt im Herzen Europas. Die Geschichte des Landes im 20. Jahrhundert ist geprägt von tiefgreifenden politischen Umbrüchen: zwei Weltkriegen, der Weimarer Republik, der nationalsozialistischen Diktatur, der Teilung in zwei deutsche Staaten und schließlich der Wiedervereinigung im Jahr 1990.
Auf dieser Seite werden einige der wichtigsten Stationen der neueren deutschen Geschichte in knapper Form dargestellt. Außerdem geht es um die heutige föderale Ordnung Deutschlands und seine 16 Bundesländer.
Deutschland im Ersten Weltkrieg
Die Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo löste eine internationale Krise aus, die wenige Wochen später in den Ersten Weltkrieg mündete. Österreich-Ungarn erklärte Serbien den Krieg; durch Bündnisse, Mobilmachungen und gegenseitige Kriegserklärungen wurde daraus innerhalb kurzer Zeit ein gesamteuropäischer Konflikt. Das Deutsche Kaiserreich kämpfte auf Seiten der Mittelmächte.
Mit zunehmender Dauer des Krieges verschärften sich in Deutschland die wirtschaftlichen und sozialen Probleme. Lebensmittelknappheit, sinkende Produktion, Erschöpfung und Kriegsmüdigkeit belasteten die Bevölkerung immer stärker. Als sich die militärische Lage im Herbst 1918 endgültig zuspitzte, zerbrach auch die politische Ordnung des Kaiserreichs. Kaiser Wilhelm II. dankte am 9. November 1918 ab und ging ins Exil in die Niederlande.
Die Weimarer Republik
Mit dem Begriff Weimarer Republik bezeichnet man die deutsche Republik der Jahre 1919 bis 1933. Anfang 1919 wurde eine Nationalversammlung gewählt – erstmals nahmen Frauen an einer reichsweiten Wahl teil. Die Versammlung tagte in Weimar und verabschiedete eine neue Verfassung, die Deutschland zu einer parlamentarischen Republik mit einem direkt gewählten Reichspräsidenten machte.
Der Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919 brachte Deutschland Gebietsverluste, den Verlust seiner Kolonien, militärische Beschränkungen und Reparationsverpflichtungen. Die Reichswehr durfte nur noch 100.000 Berufssoldaten umfassen. In weiten Teilen der deutschen Öffentlichkeit wurden die Bedingungen des Vertrags als äußerst hart empfunden.
Von Beginn an war die Republik mit politischer Gewalt, Umsturzversuchen und wirtschaftlichen Krisen konfrontiert. 1923 besetzten Frankreich und Belgien das Ruhrgebiet; im selben Jahr erreichte die Inflation ein extremes Ausmaß. Nach einigen Jahren relativer Stabilisierung traf die Weltwirtschaftskrise ab 1929 Deutschland besonders schwer. Massenarbeitslosigkeit und politische Radikalisierung nahmen stark zu.
In diesem Klima gewann die NSDAP immer mehr Unterstützung. Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Innerhalb weniger Monate wurden die demokratischen Strukturen weitgehend beseitigt und eine nationalsozialistische Diktatur errichtet.
Nationalsozialistische Diktatur und Zweiter Weltkrieg
Das nationalsozialistische Regime betrieb eine Politik der Aufrüstung, Expansion und systematischen Verfolgung. Der Zweite Weltkrieg in Europa begann am 1. September 1939 mit dem deutschen Überfall auf Polen. In den ersten Kriegsjahren eroberte oder kontrollierte Deutschland große Teile Europas.
Am 22. Juni 1941 griff Deutschland die Sowjetunion an. Damit begann ein gewaltiger Krieg im Osten, der enorme menschliche und materielle Ressourcen verschlang. Gleichzeitig setzte das NS-Regime in den besetzten Gebieten Terror, Zwangsarbeit, Deportationen und systematische Massenverbrechen ein.
Das zentrale Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes war der Holocaust, die systematische Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden. Etwa sechs Millionen jüdische Menschen wurden von der nationalsozialistischen Herrschaft und ihren Verbündeten und Helfern ermordet. Millionen weitere Menschen wurden verfolgt, verschleppt oder getötet, darunter Roma, Polen, sowjetische Kriegsgefangene, Menschen mit Behinderungen und politische Gegner.
Die Niederlage von Stalingrad im Jahr 1943 wurde zu einem Wendepunkt des Krieges. Im Juni 1944 landeten die westlichen Alliierten in der Normandie, während die Rote Armee im Osten weiter vorrückte. Am 20. Juli 1944 versuchte eine Gruppe deutscher Offiziere erfolglos, Hitler durch ein Attentat zu töten.
Im Frühjahr 1945 drangen die alliierten Armeen tief in das deutsche Reichsgebiet vor. Hitler beging am 30. April 1945 in Berlin Selbstmord. Am 8. Mai 1945 trat die bedingungslose Kapitulation der deutschen Streitkräfte in Europa in Kraft.
Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach der Niederlage von 1945 wurde Deutschland von den vier Siegermächten USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich besetzt. Das Land wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt; auch Berlin wurde in vier Sektoren gegliedert. Zu den zentralen Zielen der Besatzung gehörten unter anderem Entmilitarisierung und Entnazifizierung.
Führende Vertreter des nationalsozialistischen Regimes wurden in den Nürnberger Prozessen vor Gericht gestellt. Gleichzeitig verschärften sich die politischen Gegensätze zwischen den westlichen Alliierten und der Sowjetunion. Aus der gemeinsamen Besatzung entwickelte sich Schritt für Schritt eine dauerhafte Teilung Deutschlands.
Die Währungsreform in den westlichen Besatzungszonen 1948 und die Reaktion der Sowjetunion verschärften den Konflikt zusätzlich. Die Blockade der westlichen Sektoren Berlins wurde durch die Berliner Luftbrücke überwunden, die von Juni 1948 bis Mai 1949 bestand.
1949 entstanden schließlich zwei deutsche Staaten: die Bundesrepublik Deutschland (BRD) im Westen und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) in der sowjetischen Besatzungszone. Die Bundesrepublik orientierte sich politisch und wirtschaftlich an den westlichen Demokratien, die DDR wurde Teil des sozialistischen Ostblocks.
Die Teilung Deutschlands und besonders die Teilung Berlins wurden zu Symbolen des Kalten Krieges. 1961 ließ die DDR die innerstädtische Grenze in Berlin schließen; kurz darauf entstand die Berliner Mauer, die die Stadt und damit auch die beiden deutschen Staaten jahrzehntelang sichtbar voneinander trennte.
Fall der Berliner Mauer und Wiedervereinigung
1989 geriet die politische Ordnung in Osteuropa zunehmend in Bewegung. In der DDR forderten immer mehr Menschen Reisefreiheit und politische Reformen. Friedliche Massendemonstrationen setzten die Staatsführung unter wachsenden Druck.
Am 9. November 1989 wurden die Grenzübergänge in Berlin geöffnet. Der Fall der Berliner Mauer wurde zu einem der bekanntesten Symbole für das Ende der deutschen Teilung und den Zusammenbruch der alten Ordnung in Osteuropa.
Nach Verhandlungen zwischen beiden deutschen Staaten und den vier ehemaligen Besatzungsmächten wurde die deutsche Einheit am 3. Oktober 1990 vollzogen. Dieser Tag wird heute als Tag der Deutschen Einheit gefeiert.
Deutschland heute
Deutschland ist heute eine föderale parlamentarische Demokratie und Mitglied der Europäischen Union. Hauptstadt und Regierungssitz ist Berlin. Die föderale Struktur prägt das politische System: Die Bundesrepublik besteht aus 16 Bundesländern, die jeweils über eigene Regierungen und Parlamente verfügen und in wichtigen Bereichen – etwa Bildung und Kultur – eigene Zuständigkeiten besitzen.
Die Geschichte Deutschlands und die Entwicklung der deutschen Sprache sind eng mit der politischen und kulturellen Geschichte Mitteleuropas verbunden. Mehr zur sprachlichen Entwicklung finden Sie auf der Seite Die deutsche Sprache.
Die 16 Bundesländer
Deutschland besteht aus 16 Bundesländern. Drei davon – Berlin, Bremen und Hamburg – sind Stadtstaaten. Die folgende Übersicht zeigt die Bundesländer und ihre jeweiligen Hauptstädte.
Sprache, Geschichte und Kultur
Wer eine Sprache lernt, versteht sie oft besser, wenn auch Geschichte, Geografie und Kultur des Landes einbezogen werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Die deutsche Sprache sowie bei unseren Deutschkursen.